ATHEN, GRIECHENLAND

Athen Tipps – City Guide für die griechische Hauptstadt

Tipps Athen Akropolis

Hach, Athen… Es war Liebe auf den ersten Blick. Damals, vor 12 Jahren, auf meiner Interrail-Reise. Wir hatten uns von Bari aus eingeschifft und nach einer abenteuerlichen nächtlichen Fährfahrt Patras auf dem Peloponnes erreicht. Ehrlich gesagt kann ich mich nicht mehr genau erinnern, wie bzw. wann wir endlich in Athen ankamen, warum einer unserer ersten Kontakte mit der Stadt ausgerechnet am weniger attraktiven Omonia-Platz stattfand (ich glaube, wir suchten nach unserem Hostel), aber eines weiß ich noch ganz genau: Dieses Kribbeln, als ich SIE über der Stadt thronen sah:

Die Akropolis, die antike Oberstadt Athens, mit den Propyläen, dem Erechtheion, dem Niketempel und dem Parthenon, dieser beeindruckende Komplex, der dort auf einem 156 Meter hohen Felsen seit gut 2.500 Jahren thront. Es war dieser Moment, in dem ich meine Leidenschaft für die Antike und insbesondere Griechenland entdeckte (ursprünglich wollte ich mein Auslandssemester ja in Athen machen, da das nicht klappte, wurde es schließlich Neapel…), doch bis heute übt Athen einen ganz besonderen Zauber auf mich aus.

 

 

Seit meinen letzten Besuchen (2005 und 2010) musste Griechenland eine ziemlich finstere Zeit durchmachen und umso überraschter war ich nun, Athen dermaßen aufgeräumt, entspannt und hip vorzufinden! Sogar unser Ausflug in das berühmt-berüchtigte Anarcho-Viertel Exarchia, das mit Straßenschlachten, brennenden Autos und Gewalt für Schlagzeilen sorgte, verlief denkbar unspektakulär. Unweigerlich landeten wir wieder in einem super hippen Cafè, in dem wir fancy Limonade mit frischer Minze serviert bekamen. Überhaupt ist Athen am besten Wege, sich in die Reihe der coolsten Städte Europas einzureihen und erinnert mich in seiner Entwicklung stark an Lissabon. Auch dort waren die angesagtesten Plätze der Stadt vor wenigen Jahren noch komplett versifft und alles andere als ein Augenschmaus – jetzt reihen sich dort coole Lokale und Coworking-Spaces für die Horden an Expats aneinander, die Lissabon mittlerweile erobert haben.

 

Daher hört meine Prophezeiung: Nach Berlin, Barcelona und Lissabon hat Athen richtig gute Chancen, die nächste Hipster-Hochburg zu werden – ihr werdet euch an meine Worte erinnern! So, jetzt verrate ich euch aber, was mir während meiner drei Besuche in Athen am besten gefallen hat, welche Sehenswürdigkeiten neben der Akropolis keinesfalls in eurer Reiseplanung fehlen dürfen und warum man für das beste Gyros der Stadt nach Exarchia muss.

 

 

Athen Tipps – Stadtviertel, Sehenswürdigkeiten und Things Do To

Der Klassiker: Akropolis & Akropolis-Museum

 

 

Ganze dreimal war ich jetzt schon auf der Akropolis und jedes Mal hätte ich locker Stunden dort verbringen können. Allein der Aufstieg ist schon ein Erlebnis, vorbei am Odeon des Herodes Atticus und am Dionysostheater, bis man dann an den Propyläen ankommt, dem repräsentativen Torbau des Tempelbezirks. Natürlich wird überall gebaut und die Touristen strömen wirklich in Massen an einem vorbei, doch für mich ist und bleibt die Akropolis ein magischer Ort. Zentrum des Wissens, Kultstätte und Sitz der Götter – wie kann man hier oben keine Gänsehaut bekommen?

Wer sich für die Geschichte der Ausgrabungen und der einzelnen Monumente interessiert, muss auf jeden Fall ins Akropolis-Museum, das von Bernard Tschumi entworfen und 2009 eröffnet wurde. Besonders eindrucksvoll ist die Rekonstruktion des Parthenonfrieses und der damit verbundenen Geschichte: Rund zwei Drittel des erhaltenen Frieses wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach London gebracht, wo sie seit 1816 im British Museum ausgestellt sind. Trotz heftiger Debatten verweigert London bis heute die Rückgabe der Plastiken an Griechenland.

Tipp: Wer im Sommer unterwegs ist, sollte seinen Besuch entweder möglichst früh oder kurz vor Schluss planen, da die Hitze zwischen den Tempeln wirklich gnadenlos ist. Und viel, viel Wasser einpacken!

Tickets für die Akropolis: Vollpreis 20 EUR, gratis für Studenten

Tickets für das Akropolis-Museum: 5 EUR

 

Athen Tipps Akropolis

 

Plaka – Die Altstadt

Zu Füßen der Akropolis liegt der älteste Stadtteil Athens, die quirlige Plaka. Wie nicht anders zu erwarten, trifft man hier an jeder Ecke auf Ausgrabungen, die meines Erachtens einfach alle einen Besuch wert sind. Die touristische Hauptader mit Souvenir-Läden und Tavernen verläuft entlang der Adrianou-Straße. Hier kann man abends durchaus bei einem Glas Wein die Sicht auf die hell erleuchtete Akropolis oder den Hephaisteion-Tempel der Agora genießen und auch das Essen ist durchaus weder schlecht noch extrem überteuert (ich bezweifle nur, dass hier auch Griechen anzutreffen sind).

Tagsüber wird die Agora mit ihren Tempeln und Stoen zum entspannten Ruhepol, wo ich zwischen schattenspendenden Bäumen und diesem ganz speziellen Geruch nach Pinien schon mal locker einen halben Nachmittag verbracht habe. Danach kann man einfach die Adrianou weiter bis zum antiken Friedhof Kerameikos spazieren, wo sich die paar Euro für das Ticket schon allein wegen der dort lebenden Schildkröten lohnen: Zwischen den Ausgrabungen krabbeln sie gemütlich vor sich hin und freuen sich natürlich über ein Leckerli wie eine Apfelspalte oder Salat (falls ihr sowas zufällig mit euch rumtragen solltet).

 

Extra-Tipp: Der Flohmarkt in Monastiraki

Solltet ihr an einem Sonntag in Athen sein, müsst ihr unbedingt zum großen Flohmarkt, der am Monastiraki-Platz beginnt und sich bis zur Platia Avissinias ausdehnt. Dort gibt es nicht nur traumhaft schönes Geschirr und Antiquitäten, sondern zwischendrin auch nette Cafès und Bars, wo man ein Stündchen Sonne und das Treiben gemütlich bei einem Kaffee genießen kann.

 

Extra Tipp 2: Ein Cocktail in der TAF Art Foundation

Bei unserem Streifzug über den Flohmarkt unweit von Monastiraki entdecken wir zufällig die TAF Art Foundation, die neben einer Gallerie auch einen kleinen Laden und eine geniale Bar beherbergt. Das Lokal befindet sich in einem Innenhof einer alten Werkstatt, überall ranken sich Bäume und Pflanzen und vom alten Holzbalkon lässt sich das Treiben aus der Vogelperspektive betrachten.

 

Anarcho-Chic in Exarchia

Wie eingangs bereits erwähnt, erregte das Stadtviertel Exarchia in der Vergangenheit immer wieder als Zentrum von Ausschreitungen und Unruhen Aufmerksamkeit und auch heute kommt es nach wie regelmäßig zu Auseinandersetzungen. Etwas mulmig war mir daher doch zu Mute, als wir unsere Erkundungstour an der Technischen Universität starteten, um uns schließlich bis ins Zentrum des Viertels vorzuwagen: Die Platia Exarchion ist so etwas wie eine linke Agora, hier wird zwischen tobenden Hunden getrunken, geraucht, gegessen und – der Wäsche nach zu urteilen – auch gelebt. Natürlich musste ich mal wieder überall Fotos machen und nachdem ich mir ein paar ziemlich böse Blicke von den ohnehin schon eher unfreundlich wirkenden Bewohnern des Platzes eingefangen hatte, beschlossen wir, dass es Zeit für eine Stärkung wäre. Direkt an der Platia Exarchion stach uns auch gleich das Café Floral ins Auge, das irgendwie so gar nicht ins Bild passen wollte: Mega hip (mit Eisbären an den Klotüren) und einer fancy Speisekarte könnte das Café Floral – auch vom Preisniveau her – genauso gut in 1070 Wien sein. Witzig, irgendwie. Mit viel Koffein im Blut, aber hungrig (irgendwie hatte keine von uns so richtig Lust auf  Salate oder Bagels) setzten wir unsere Erkundungstour fort und fanden zwischen unzähligen Buchläden, hübschen Cafès und Tavernen endlich das, wonach es uns gelüstete: GYROS! Und zwar nicht nur irgendeines, sondern das absolute genialste und sicherlich BESTE GYROS IN GANZ ATHEN! (Nein, ich habe sie nicht alle gekostet, ist mir auch völlig schnuppe, denn ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass irgendein anderes Gyros besser sein könnte als dieses!!!)

 

Psiri und Gazi – Berlin in Athen

In Vintage-Läden stöbern, die derzeit überall so angesagten Rooftop-Bars testen oder einfach eine gute alte Kneipentour – dafür eignen sich die Viertel Psiri und Gazi ganz hervorragend. Unsere Rooftop-Bar war zwar ziemlich cool, die Aussicht jedoch eher etwas bescheidener als erwartet. War jedoch nicht schlimm – tolle Motive findet man dort ohnehin an jeder Ecke!

 

Tjaaa, der Bilderflut nach ist es sehr schwer zu bemerken, wo es mir richtig gut gefallen hat, oder? 🙂

 

Lykabettus – Auf dem Stadtberg von Athen

Da ich es bei meinen ersten beiden Besuchen irgendwie nie den Lykabettus rauf geschafft hatte, stand das diesmal ganz oben auf meiner Liste. Zwar bietet bereits die Akropolis eine echt tolle Aussicht über die Stadt, aber ich sage euch: Von dem 277 Meter hohen Hügel sieht das Ganze nochmal ganz anders aus, denn erst hier wird einem die besondere Kessellage der Stadt zwischen den Gebirgszügen bewusst. Natürlich sieht man auch die Akropolis und im Süden den Saronischen Golf. Wer keine Lust hat, den Berg zu Fuß zu erklimmen, nimmt – so wie wir – ganz einfach die Standseilbahn, die sich in der Odós Aristíppou befindet und hin und zurück 7 Euro kostet. Auf dem Aussichtspunkt gibt es außerdem eine kleine Kapelle sowie ein Terrassen-Restaurant, wir hatten unser Bier für den Sonnenuntergang allerdings vorsorglich schon vorab bei einem Kiosk gekauft.

 

 

Piräus – Hafen und Ausgangspunkt für Inselhopping

Piräus ist eine eigene Gemeinde und besitzt den drittgrößten Hafen des Mittelmeers. Obwohl ich dort keine großartigen Sehenswürdigkeiten ausmachen konnte, lohnt sich ein kurzer Spaziergang durch die Straßen von Piräus allemal. Wie nicht anders zu erwarten, herrscht hier geschäftiges Treiben, Straßenverkäufer aller Art versuchen ihre Ware loszuwerden und zwischendrin gibt es einige tolle Bäckereien, wo man sich für unglaublich wenig Geld durch die zahlreichen griechischen Kaffee- und Gebäckspezialitäten kosten kann. Als gar nicht so einfach erwies sich die Suche nach dem richtigen Ticket für unsere Fähre nach Hydra, daher würde ich euch empfehlen, euch bereits vorab online über die verschiedenen Fährverbindungen und die gängigen Preise zu informieren.

 

 

Essen in Athen

Griechisches Essen – wie kann man es nicht lieben?! Souvlaki, Gyros, Saganaki, Feta, Halloumi, Briam, Moussaka und und und… Super finde ich zudem, dass auch Vegetarier in Griechenland selbst in sehr einfachen Tavernen immer die Wahl zwischen zahlreichen Gerichten haben: Der berühmte griechische Salat ist meist riesig und ein perfektes Mittagessen im Sommer, dann gibt’s Käse aus der Pfanne (für den ich sterben würde), mit Reis gefüllte Paprika oder einfach geröstetes Gemüse und dazu immer frisches Brot und Oliven… Hach! Wie nicht anders zu erwarten, haben wir es uns richtig gut gehen lassen und dabei einige tolle Restaurant-Tipps für Athen mitgebracht:

Mavros Gatos

Mein absoluter Favorit und am liebsten wäre ich dort eingezogen! Das Mavors Gatos ist ziemlich klein, dafür umso voller und es wird geraucht, getrunken und gegessen, was das Zeug hält. Am besten kostet ihr euch hier durch sämtliche griechische Vorspeisen, die dann alle gemeinsam auf den Tisch kommen und in der Gruppe geteilt werden. Dazu gibt’s natürlich griechischen Wein.

Avocado

Das Paradies für alle Veganer bzw. Avocado-Liebhaber: Hier ist alles organic und zum Großteil grün. Auf der Karte stehen viele Salate sowie Pasta und Reisgerichte. Unbedingt das Risotto mit Avocado-Creme probieren, denn das ist unschlagbar gut!

Mama Roux

Klassische griechische Gerichte sucht man zwar auch im hippen Mama Roux vergeblich, aber die Salat-Kreationen sind wirklich lecker!

My plate

Wer hungrig durch Gazi streift, sollte bei My Plate vorbeischauen und sich einen Gyros gönnen, die es hier mit verschiedenen Fleischsorten oder auch mit Käse bzw. vegan gibt.

Kavouras

DER Gyros in Exarchia. Hat übrigens bis 3 Uhr morgens geöffnet – unschlagbar!

 

 

 

Übernachten in Athen

Athen ist wirklich nicht teuer und daher ist es auch sehr einfach, zentrumsnah und dennoch günstig zu wohnen. Wir waren zu viert und hatten deswegen eine große Wohnung bei Airbnb gebucht, die echt sehr schön und top gepflegt war. Wenn ihr auch in einer Gruppe unterwegs seid, kann ich euch Georgias Wohnung nur wärmstens ans Herz legen. Und einen Gutschein für euere erste Buchung bei Airbnb habe ich auch noch für euch.

Ansonsten würde ich mich wie immer einfach nach Angeboten bei Booking umsehen und mir ein Zimmer irgendwo in der Nähe der Altstadt suchen.

 

Vor der Reise: Inspirationen für euren Athen-Trip

Ich liebe es, mich vor einer Reise schon auf Land und Leute einzustimmen und suche mir dafür immer ein paar Bücher und Filme raus.

 

Meine Athen Tipps:

Die Reiseführer von Dumont begleiten mich eigentlich auf jede meiner Reisen. Was ich besonders an ihnen mag: Sie sind übersichtlich und bieten viel interessantes Hintergrundwissen zur Geschichte des jeweiligen Landes.

 

 

 

 

 

Wer mehr über die Besonderheiten und Macken der Bewohner seines jeweiligen Urlaubszieles erfahren möchte, wird die Titel aus dieser Reihe lieben!

 

 

 

 

 

Super spannend und auch toll vor Ort zu lesen!

 

 

 

 

 

Der wohl bekannteste Griechenland-Roman überhaupt wurde auch ganz großartig mit Anthony Quinn in der Titelrolle verfilmt. Einige der Drehorte auf Kreta habe ich übrigens auch schon besucht!

 

 

 

 

Ich hoffe, meine Athen Tipps helfen euch bei der Reiseplanung! Mehr gibt’s auf Facebook, Instagram und Twitter

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2 Comment

  1. Reply
    Sabrina
    Dezember 4, 2017 at 7:24 pm

    Cool, sehr schön ausführlicher Post über Athen. Ungefähr die gleichen Ziele haben wir auch angesteuert. Ich fand Athen dann auf den zweiten Anlauf auch sehr schön. Am ersten Tag war ich überhaupt nicht begeistert davon, hauptsächlich deswegen, weil wir uns extrem unwohl gefühlt haben in unseren kurzen Hosen. Irgendwie hat uns da jeder angestarrt, insbesondere im Exarchia Viertel, das war fast so schlimm wie in den UAE. Sehr schade, das hat irgendwie mein komplettes Bild zerstört. Am nächsten Tag hat es mir aber gut gefallen. Die Stadt wäre echt hipp 🙂
    lg Sabrina von http://www.smilesfromabroad.at

    1. Reply
      Karin
      Dezember 11, 2017 at 2:34 pm

      Liebe Sabrina,

      oje, das hört sich tatsächlich ziemlich nervig an. Ich kenn das ja gut von Neapel, dort reicht ja schon ein Akzent, um in den Mittelpunkt des Interesses zu rücken 🙂
      Aber schön, dass es dir am nächsten Tag dann besser gefallen hat 🙂 Ich finde, Athen hat echt mega viel Potential!

      LG aus Wien, Karin

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