Lissabon, PORTUGAL

5 Gründe, warum Lissabon wirklich so cool ist, wie alle sagen (und warum die Portugiesen davon leider nur wenig profitieren)

Lissabon ist trendy, Lissabon ist hip, Lissabon ist DER Hotspot Europas: Auf FB vergeht mittlerweile kein Tag, in dem nicht ein Artikel erscheint, der Lissabon als Europas coolste Socke preist. Und auch wenn’s nervt – dem ist tatsächlich so! Die Stadt am Tejo ist nicht nur wunderschön, sondern auch unglaublich charismatisch.

 

 

5 Gründe, warum ich mich in Lissabon pudelwohl fühle

#Essen. Essen. Essen.

Ich bin jetzt zwar nicht der größte Fan des von den Portugiesen so heiß geliebten Stockfischs und auch Steaks mit Eiern drauf find ich nach wie vor seltsam, aber: In Lissabon könnte ich den ganzen Tag über mit Essen verbringen. Das fängt schon beim Frühstück an: In den unzähligen pastelarias gibt’s Gebäck und Kuchen in Hülle und Fülle und dann ist da natürlich PASTEIS DE NATA. Die kleinen Puddingtörtchen haben mittlerweile ja sogar in Wien eine eigene Filiale bekommen, und wen wundert’s: Sie sind einfach himmlisch gut und ich könnte locker auch 10 davon auf einen Satz verdrücken… Hach. Das ist aber noch lange nicht alles. In besagten Bäckereien gibt es meistens auch komplette Mittagsmenüs, die im Schnitt 5 Euro kosten und aus Fleisch oder Fisch plus Beilage wie Gemüse und Reis bestehen. Ach ja, die besten Suppen der Welt gibt’s auch in Lissabon: Neben der traditionellen Kohlsuppe caldo verde gibt es unzählige Gemüsesuppen, täglich frisch zubereitet und unglaublich gut. Kostenpunkt: 1 Euro – ja, wirklich wahr. An heißen Tagen ist das mein Mittagessen und überhaupt hab ich das Gefühl, dass ich mich nie gesünder ernährt habe als in Portugal.

Und dann sind da ja noch die ganzen chinesischen, indischen, vietnamesischen, brasilianischen, nepalesischen, afrikanischen und was weiß denn ich Restaurants – und zwar überall, in der ganzen Stadt verteilt. Auch wenn so manche Läden außerhalb des Zentrums auf den ersten Blick vielleicht nicht so einladend aussehen – das beste Curry meines Lebens hab ich vor kurzem in einer indischen Imbissbude von einem Plastikteller gegessen, und ich würde es jederzeit wieder tun!

 

Lissabon cool

Rund um den Platz Martim Moniz gibt’s die leckersten Restaurants aus aller Welt

 

#Coworking

Andere Freelancer kennen das Problem wahrscheinlich nur allzu gut: Immer nur zuhause arbeiten geht beim besten Willen nicht. Irgendwann fällt einem die Decke auf den Kopf und außerdem ist es extrem frustrierend, den ganzen Tag alleine im stillen Kämmerchen zu hocken. Die Lösung: Coworking Spaces oder nette Cafés mit WLAN und Steckdosen – beides ist in Lissabon in Hülle und Fülle vorhanden! Da die Stadt ja gerade die Top-Destination für digitale Nomaden ist, schießen Coworking Spaces wie Pilze aus dem Boden und es gibt wirklich in jeder Preisklasse eine tolle Lösung. Wirklich beeindruckend finde ich jedoch, dass hier jedes Café, egal wie winzig, über super funktionierendes WLAN und Steckdosen verfügt. Ich habe mich daher für einen Mix aus Coworking Spaces und verschiedenen Cafés oder Bibliotheken entschieden, je nachdem, worauf ich Lust habe oder was gerade so ansteht.

 

 

#Mehr Meer

Ich habe ja schon als kleines Mädchen davon geträumt, irgendwann mal am Meer zu leben. Die Möglichkeit zu haben, jederzeit und einfach so an den Strand zu fahren, zum Baden oder zum Spazieren und Abschalten ist für mich so ziemlich der größte Luxus, den ich mir vorstellen kann. Lissabon liegt jetzt zwar nicht direkt am Atlantik, aber eine 20-minütige Zugfahrt genügt, um zum Beispiel den Strand von Carcavelos zu erreichen. Gleich danach kommen die bekannten Badeorte Estoril und Cascais, und wer es lieber etwas abgeschiedener mag, mietet sich einfach ein Fahrrad und radelt zum Surferparadies Guincho.

 

 

#Freundliche Zurückhaltung

Das mag sich jetzt etwas komisch anhören, aber hier in Lissabon ist es mir zum ersten Mal nach langer Zeit wieder gestattet, alleine zu sein – und zwar ohne dauernd angequatscht oder von neugierigen Blicken gequält zu werde. Ist doch nichts besonderes, werdet ihr jetzt sagen – oh doch, für mich schon, denn ich habe die letzten fünf Jahre in Neapel gelebt. Und für Neapolitaner gibt es wohl kaum etwas Befremdlicheres, als einen Menschen, der alleine unterwegs ist. Die Portugiesen hingegen scheint das alles nicht zu kümmern und sie sind wahre Meister der freundlichen Zurückhaltung. Dabei sind sie extrem nett und bei Fragen jederzeit sofort zur Stelle. Außerdem wird auch gemunkelt, dass die Lisboetas einen Hang zum „Sudern“ (meckern, für die deutschen Freunde) hätten – da fühle ich mich doch gleich an mein geliebtes Wien erinnert! Tja, was soll man sagen:

You can take the girl out of Austria, but you can’t take Austria out of the girl.

 

Ich bin gerne alleine. Dann kann ich nämlich in aller Ruhe seltsame Selfies am Strand machen.

 

#Preis-Leistungs-Verhältnis

Beim Essen hab ich es ja schon angesprochen: Lissabon ist wirklich günstig und das ist natürlich ein netter Nebeneffekt und mitunter auch ein Grund, warum die Stadt so attraktiv für ortsunabhängige Freelancer ist. Hier kommen wir jedoch zu einem kritischen Punkt: Wenn jemandem mit einem österreichischen Durchschnittseinkommen alles super günstig hier erscheint, dann ist es das für Portugiesen natürlich keineswegs. Das durchschnittliche Bruttomonatseinkommen eines Arbeitnehmers wird aktuell mit etwa 1.100 Euro angeben und der gesetzliche Mindestlohn liegt bei 515 Euro brutto.

Wo wir bei der Kehrseite der Medaille angekommen wären:

Aufgrund der wachsenden Popularität Lissabons steigt auch die Nachfrage nach Wohnraum, denn irgendwo müssen die ganzen Expats, Nomads, Erasmusstudenten und Touristen ja übernachten. Für die sind die steigenden Preise natürlich kein Problem, denn ein WG-Zimmer für 300 Euro (inkl. aller Spesen) ist im Vergleich zu Wien oder München immer noch günstig. Die Portugiesen können sich jedoch die steigenden Mieten nicht mehr leisten und so sind viele dazu gezwungen, die Stadt zu verlassen und ins Umland zu ziehen. Lissabon verzeichnete in den letzten Jahren einen massiven Bevölkerungsschwund, während in der Hotelbranche und auf Airbnb der Rubel rollt. Das stimmt einen schon nachdenklich und ich hoffe, dass sich die Regierung diesbezüglich etwas einfallen lässt. Lissabon ohne Portugiesen stelle ich mir nämlich ziemlich traurig vor.

 

Aber das Schönste ist in Lissabon nach wie vor gratis: Der Ausblick über die Stadt

 

 

Mehr Bilder und Updates gibt’s auf FACEBOOKINSTAGRAM oder TWITTER 🙂 <3

 

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3 Comment

  1. Reply
    Nina
    Juni 6, 2017 at 6:13 pm

    Hallo,

    wir würden galub ich hier alles sofort unterschreiben was du zu Lissabon geschrieben hast! Ok, zuerst mal den Teil mit dem Essen. 😀

    Nein, haben uns wirklich auf den ersten Blick in die Stadt verliebt!

    Also, wollten nur einmal loswerden, dass wir deine Meinng hier voll und ganz teilen.

    Viele Grüße

    Nina (&Malte)

    1. Reply
      Karin
      Juni 7, 2017 at 5:21 pm

      Hallo ihr beiden,

      oh, das freut mich aber! Und ja, je länger ich hier bin, desto größer wird die Faszination, Lissabon ist einfach magisch <3

      Liebe Grüße von der Atlantikküste!

      Karin

  2. Reply
    Sabine
    Juni 23, 2017 at 2:21 pm

    Lissabon steht auch sowas von auf meiner liste! Ganz besonders dein erster Punkt ist für mich auch immer ein wichtiges Kriterium. Wenn zu gutem Essen auch noch Meer kommt, ist es perfekt! Dieses Jahr verschlägt es mich das erste Mal nach Portugal, ich bin schon sehr gespannt.
    Herzliche Grüße
    Sabine

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